Domain wechseln klingt nach einem Knopf. Technisch ist es auch nicht viel mehr — der Ärger entsteht praktisch immer an derselben Stelle: Jemand zieht die Domain um, bevor das Ziel bereitsteht, und zwischen beiden Zuständen liegen Stunden, in denen nichts geht.
Zwei Dinge hängen an einer Domain: die Website und die E-Mail. Die Website merkt ein Besucher sofort. Verlorene E-Mails merkt man erst später — und die sind der eigentliche Schaden.
Vorher klären
- Wer ist Inhaber? Nur der kann umziehen. Steht dort noch Ihr alter Dienstleister, ist das Schritt null — siehe Wem gehört Ihre Website.
- Laufen E-Mails über die Domain? Dann betrifft der Umzug auch jedes Postfach, jedes Handy und jedes Programm, in dem die Konten eingerichtet sind.
- Sperrfristen. Bei .de ist ein Wechsel jederzeit möglich. Bei .com und anderen internationalen Endungen gilt nach einer Neuregistrierung oder einem Inhaberwechsel in der Regel eine Sperrfrist von 60 Tagen.
- Was hängt sonst noch dran? Nachweise für Zertifikate, Einträge für Mailversand, Verknüpfungen mit Diensten.
Die Reihenfolge
1. Ziel vorbereiten. Beim neuen Anbieter Webspace und Postfächer anlegen, Website dorthin kopieren, über eine Testadresse prüfen, dass alles läuft. Erst dann weiter.
2. Postfächer übernehmen. Vorhandene Mails zum neuen Anbieter übertragen — die meisten bieten dafür ein Werkzeug. Das dauert bei großen Postfächern Stunden; machen Sie es vorher, nicht während der Umschaltung.
3. Gültigkeitsdauer der DNS-Einträge senken. Die TTL bestimmt, wie lange Server die alten Angaben zwischenspeichern. Setzen Sie sie 24 bis 48 Stunden vor dem Umzug auf fünf Minuten — danach wirkt die Umstellung fast sofort statt erst am nächsten Tag.
4. AuthInfo anfordern und den Umzug beim neuen Anbieter starten. Der alte Anbieter bestätigt, üblicherweise innerhalb von ein bis zwei Tagen.
5. Umschalten — am besten früh morgens an einem ruhigen Wochentag, nicht Freitagnachmittag.
6. Nachsehen: Website über http und https, Weiterleitung von www, alle Postfächer auf Senden und Empfangen, Formulare auf der Website, Zertifikat gültig, Mailversand der Website (Bestellbestätigungen!).
7. Alten Vertrag erst danach kündigen. Lassen Sie das alte Paket zwei bis vier Wochen mitlaufen. Es kostet ein paar Euro und ist die billigste Rückfallebene, die es gibt.
Die typischen Fallen
Die E-Mails verschwinden. Nach dem Umschalten der MX-Einträge liefern manche Absender noch an den alten Server. Deshalb: alte Postfächer nicht löschen, bis zwei Wochen lang dort nichts mehr ankommt.
Mailversand wird zu Spam. Der neue Server hat eine andere IP-Adresse. Wenn SPF, DKIM und DMARC nicht nachgezogen werden, landen Ihre Mails im Spam — nachzulesen unter E-Mail-Zustellbarkeit.
Das Zertifikat fehlt. Zwischen Umschalten und Ausstellung des neuen Zertifikats zeigt der Browser eine Warnung. Vermeiden lässt sich das, wenn das Zertifikat am Ziel vorher beantragt wird.
Vergessene Unterdomains. Shop, Portal, Vorschau, Statistik — jeder Eintrag muss mitwandern. Schreiben Sie die Einträge der alten Zone vorher ab; danach kommen Sie nicht mehr heran.
Umzug des Hostings ohne Umzug der Domain
Oft ist das die bessere Variante: Die Domain bleibt, wo sie ist, und es werden nur die DNS-Einträge geändert. Das ist in Minuten erledigt, jederzeit umkehrbar und ohne Sperrfristen.
Die vollständige Übertragung lohnt vor allem dann, wenn Sie alles bei einem Anbieter bündeln wollen. Für den reinen Serverwechsel brauchen Sie sie nicht.
Häufige Rückfragen.
Wir sehen es uns an.
Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.