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Von Marcel Gompper · Zuletzt geprüft am 15.10.2026

Relaunch ohne Rankingverlust: der Umzug, der niemandem auffällt.

Ein Relaunch ist der häufigste Weg, über Nacht die Hälfte seiner Sichtbarkeit zu verlieren. Nicht weil die neue Seite schlechter wäre — sondern weil die alten Adressen ins Leere zeigen.

Google kennt Ihre Website als eine Sammlung von Adressen. Zu jeder hat es sich über Jahre eine Meinung gebildet. Wenn eine Adresse verschwindet, verschwindet diese Meinung mit — es sei denn, Sie sagen ausdrücklich, wo es weitergeht.

Das ist der ganze Kern. Alles andere sind Details.

Vor dem Relaunch

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Die vollständige Liste der alten Adressen

Nicht die, die im Menü stehen — alle. Quellen: die Sitemap der alten Seite, der Seiten-Export aus der Search Console, die Serverprotokolle. Erfahrungsgemäß findet man dabei Seiten, von denen niemand mehr wusste, dass es sie gibt.

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Dazu die Leistungsdaten

Welche Adresse bringt Klicks, welche steht gut, welche hat noch nie jemand gesehen. Das entscheidet später, wie sorgfältig man mit ihr umgeht.

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Die Entscheidung je Adresse

Für jede alte Adresse gibt es genau drei Möglichkeiten:

- Es gibt eine neue Seite mit demselben Thema — dann leitet man dorthin weiter. - Es gibt keine, aber eine übergeordnete passt — dann dorthin. - Es gibt inhaltlich nichts Vergleichbares — dann bleibt nur die Startseite. Das ist die schlechteste Option, und man sollte sie nur nehmen, wenn die Seite ohnehin nichts gebracht hat.

Der Fehler, der am meisten kostet

Alle alten Adressen pauschal auf die Startseite leiten.

Das ist bequem und wirkt sauber, weil niemand einen Fehler 404 sieht. Google wertet eine Weiterleitung auf eine thematisch unpassende Seite aber weitgehend wie eine gelöschte Seite. Sie geben also die Sichtbarkeit auf und merken es nicht, weil technisch alles funktioniert.

Wenn es fünf gute alte Seiten gibt, lohnt es sich, für diese fünf eine eigene Zieladresse zu bauen. Für die zweihundert Seiten, die zusammen sechs Klicks im Jahr gebracht haben, lohnt es sich nicht.

Während des Relaunchs

Weiterleitungen als 301, nicht 302. 301 heißt „dauerhaft umgezogen“, 302 heißt „vorübergehend“. Nur eine dauerhafte Weiterleitung (301 oder 308) macht die neue Adresse zur maßgeblichen. Das ist ein Zeichen Unterschied im Code und ein großer in der Wirkung.

Keine Ketten. Alt → mittel → neu kostet bei jedem Schritt. Jede alte Adresse zeigt direkt auf ihr endgültiges Ziel.

Prüfen, wo die Weiterleitungen überhaupt greifen. Das ist die Stelle, an der wir am häufigsten Zeit verlieren. Bei nginx vor Apache greift eine .htaccess für statische Dateien oft gar nicht. Bei einer Anwendung hinter einem Reverse Proxy erst recht nicht. Wer die Regeln an der falschen Stelle einträgt, hat sauber gearbeitet und trotzdem nichts erreicht.

Die neue Seite vorher auf noindex — und rechtzeitig wieder herunter. Der Klassiker: Die Testfassung stand auf noindex, und beim Umschalten hat es niemand entfernt. Prüfen Sie das am Tag des Umzugs als Erstes.

Nach dem Relaunch

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Neue Sitemap einreichen

In der Search Console, am selben Tag.

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Die alte Sitemap noch eine Weile erreichbar lassen

Klingt widersinnig, hilft aber: Google arbeitet die alten Adressen ab und sieht die Weiterleitungen.

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Bei einem Domainwechsel die Adressänderung melden

Search Console, Einstellungen, Adressänderung. Das beschleunigt den Vorgang deutlich.

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Und dann warten

Ein Umzug kostet zunächst Sichtbarkeit. Das ist normal. Nach unserer Erfahrung dauert es drei bis sechs Monate, bis eine Verlagerung vollständig verarbeitet ist; Google selbst spricht bei mittelgroßen Websites von einigen Wochen oder länger. Die Weiterleitungen bleiben mindestens ein Jahr bestehen. Wer nach zwei Wochen in Panik zurückbaut, verlängert die Phase nur.

Woran man merkt, dass etwas schiefgelaufen ist

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Viele Fehler 404 in der Search Console

— dann fehlen Weiterleitungen.

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Die alte Adresse steht noch im Index, obwohl sie weiterleitet

— braucht Zeit, ist normal.

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Impressionen brechen ein, Klicks bleiben stabil

— meistens harmlos.

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Klicks brechen ein und kommen nach acht Wochen nicht zurück

— dann stimmt etwas nicht, und es lohnt, die Weiterleitungen einzeln nachzuprüfen.

Die Liste, die wir selbst abarbeiten

  • Alle alten Adressen erfasst, mit Klicks und Positionen
  • Je Adresse ein Ziel festgelegt, kein pauschaler Sprung auf die Startseite
  • Weiterleitungen sind 301 und ohne Ketten
  • Regeln liegen dort, wo sie greifen — geprüft, nicht angenommen
  • noindex auf der neuen Seite entfernt
  • Neue Sitemap eingereicht
  • Bei Domainwechsel: Adressänderung gemeldet
  • Nach zwei, vier und acht Wochen nachgesehen
Kurz beantwortet

Häufige Rückfragen.

Weil Google die alten Adressen kennt und bewertet hat. Verschwindet eine Adresse ohne Weiterleitung, verschwindet diese Bewertung. Mit einer 301-Weiterleitung auf eine thematisch passende neue Seite wandert sie dagegen weitgehend mit.
Technisch ja, sinnvoll nein. Google wertet eine Weiterleitung auf eine thematisch unpassende Seite weitgehend wie eine gelöschte Seite. Für die wichtigen alten Seiten lohnt sich ein passendes Ziel.
301 oder 308. Nur die dauerhafte Weiterleitung sagt Google, dass die neue Adresse die alte ersetzt. 302 signalisiert „nur vorübergehend“ und lässt die alte Adresse im Index.
Nach unserer Erfahrung drei bis sechs Monate. Ein Einbruch in den ersten Wochen ist normal und kein Grund zurückzubauen.
Quellen

Woher die Angaben stammen.

Zuletzt geprüft am 15.10.2026. Bei Themen mit Fristen prüfen wir die Angaben regelmäßig nach — ein veralteter Ratgeber ist schlimmer als keiner.

Wenn Sie nicht weiterkommen

Wir sehen es uns an.

Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.

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