Kein Update. Ein Umzug.
Der Sprung von Shopware 5 auf 6 ist technisch ein neuer Shop. Wer das von Anfang an so plant, kommt deutlich ruhiger an.
Shopware 5 und Shopware 6 teilen den Namen und sonst wenig. Vorlagen, Erweiterungen und Anpassungen laufen nicht mit; der Umstieg ist eine Migration der Daten in einen neu aufgebauten Shop, kein Knopfdruck.
Dafür ist der Zeitpunkt gekommen: Die Bugfix-Phase für Shopware 5 endete im Juli 2023, Sicherheitsupdates gab es bis Juli 2024. Seitdem gibt es keinen offiziellen Support mehr. Verlängerten Support bieten nur Dritte an — als Brücke tauglich, als Dauerlösung nicht.
Was das praktisch heißt
Ein Shop ohne Sicherheitsupdates ist kein Shop, der morgen ausfällt. Er ist einer, bei dem die Uhr läuft: Jede bekannt gewordene Lücke bleibt offen, und Shopsysteme werden automatisiert abgeklopft.
Dazu kommt die Umgebung: PHP-Versionen werden bei Hostern abgeschaltet, Zahlungsanbieter stellen ihre Schnittstellen um, Erweiterungen werden nicht mehr gepflegt. Shopware 5 bleibt stehen, während alles drumherum weiterzieht.
Wer noch nicht umsteigen kann, sollte wenigstens die Angriffsfläche verkleinern: unbenutzte Erweiterungen entfernen, Zugänge aufräumen, Sicherungen prüfen und die Zahlungsabwicklung so weit wie möglich beim Anbieter belassen.
Was mitgenommen werden kann
- Artikel, Kategorien, Hersteller — das Mitnehmbare, über das offizielle Migrationswerkzeug
- Kunden und Adressen — inklusive Kennwörter, die beim ersten Login übernommen werden
- Bestellungen — als Historie; aktiv weiterarbeiten lässt sich mit ihnen nur eingeschränkt
- Medien
- Bewertungen, Gutscheine, Eigenschaften — je nach Umfang
Nicht mitnehmbar: Theme, Erweiterungen, individuelle Anpassungen, Einkaufswelten. Die werden in Shopware 6 neu gebaut — als Erlebniswelten, nach einer anderen Logik.
Was den Umstieg tatsächlich aufhält
Die Erweiterungen. Zählen Sie Ihre installierten Plugins und prüfen Sie jedes einzeln: Gibt es das für Shopware 6, vom selben Hersteller, in vergleichbarem Umfang? Erfahrungsgemäß fallen hier zwei bis fünf Funktionen heraus, für die ein Ersatz gesucht oder gebaut werden muss — und das ist der Posten, der Projekte verzögert.
Die Artikeldaten. Ein Umzug legt gnadenlos offen, was über Jahre gewachsen ist: doppelte Artikel, leere Beschreibungen, Varianten nach drei verschiedenen Logiken. Das aufzuräumen ist Fleißarbeit, die niemand machen will — aber danach nie wieder.
Die Schnittstellen. Warenwirtschaft, Versand, Buchhaltung, Zahlungsanbieter. Jede Verbindung muss neu eingerichtet und getestet werden.
Die URLs. Der Punkt, an dem Shops Sichtbarkeit verlieren. Shopware 6 bildet Adressen anders — ohne vollständige Weiterleitungsliste fallen gewachsene Rankings weg. Wie das sauber läuft, steht im Beitrag zum Relaunch ohne Rankingverlust.
Der Ablauf, der sich bewährt hat
1. Bestandsaufnahme. Erweiterungen, Anpassungen, Schnittstellen, Datenmenge, Sonderfälle. Zwei Tage, die den ganzen Rest planbar machen.
2. Neuen Shop aufsetzen und Testmigration fahren. Die erste Migration ist nie die letzte — die erste zeigt, was fehlt.
3. Gestaltung und Funktionen im neuen Shop bauen, mit echten Daten.
4. Schnittstellen anbinden und testen, inklusive echter Testbestellung über jede Zahlart.
5. Weiterleitungen aufstellen, aus der vollständigen Adressliste des alten Shops.
6. Letzte Migration kurz vor dem Umschalten, damit Bestellungen und Kunden aktuell sind.
7. Umschalten — und den alten Shop noch wochenlang lesbar daneben stehen lassen.
Die ehrliche Einordnung
Wenn Sie ohnehin über einen neuen Shop nachdenken, ist jetzt der günstigste Zeitpunkt: Sie zahlen den Umzug einmal, nicht zweimal.
Und wenn Ihr Shop in Shopware 5 nie so richtig passte, ist der Umstieg die Gelegenheit, das geradezuziehen, statt alte Fehler mitzunehmen. Wie wir Shops bauen, steht unter Onlineshop erstellen; was ein Shop kostet, im Beitrag zu den Shopkosten.
Häufige Rückfragen.
Woher die Angaben stammen.
Zuletzt geprüft am 10.10.2026. Bei Themen mit Fristen prüfen wir die Angaben regelmäßig nach — ein veralteter Ratgeber ist schlimmer als keiner.
Wir sehen es uns an.
Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.