Ein Server, dessen Support ausläuft, hört nicht auf zu funktionieren. Er bekommt nur keine Sicherheitsupdates mehr. Und anders als bei einem einzelnen Arbeitsplatz hängt an einem Server meist alles: Dateien, Warenwirtschaft, Datenbank, Druckdienste, Benutzerverwaltung.
Die Daten
Windows Server 2016 — Ende des erweiterten Supports am 12. Januar 2027.
Windows Server 2019 — Ende im Januar 2029. Noch Zeit, aber gut zu wissen, wenn ohnehin geplant wird.
Warum das anders wiegt als bei einem Arbeitsplatz
Ein ungepatchter Arbeitsplatzrechner ist eine Tür. Ein ungepatchter Server ist das Haus.
Auf dem Server liegen die Daten, dort laufen die Dienste, und dort hängen alle anderen Geräte dran. Wenn dort eine Lücke ausgenutzt wird, ist nicht ein Rechner betroffen, sondern der Betrieb. Verschlüsselungstrojaner suchen gezielt Serverfreigaben — dort ist die Beute.
Dazu kommt ein Punkt, den viele erst hinterher bedenken: Eine Cyberversicherung kann bei einem System ohne Herstellerunterstützung Fragen stellen. Und wer unter NIS2 fällt oder für einen Kunden arbeitet, der darunter fällt, wird das erklären müssen.
Die Wege
Auf Windows Server 2022 oder 2025 heben. Der naheliegende Weg. Die Frage ist selten der Server selbst, sondern die Software darauf: Läuft die Warenwirtschaft dort? Läuft die Branchenanwendung? Das klärt man vor der Umstellung mit dem jeweiligen Hersteller, nicht danach.
In die Cloud verlagern. Für Dateiablage und E-Mail oft sinnvoll, für gewachsene Branchensoftware selten. Und es ändert die laufenden Kosten von einmalig auf monatlich — was betriebswirtschaftlich in Ordnung sein kann, aber eine Entscheidung ist, keine Nebenwirkung.
Neue Hardware. Wenn der Server ohnehin fünf Jahre oder älter ist, fällt die Entscheidung meist zusammen. Ein Serverwechsel und ein Betriebssystemwechsel in einem Rutsch sind weniger Arbeit als zweimal getrennt.
Bewusst dabei bleiben. Es gibt Fälle, in denen eine Anwendung nicht mitkommt und ein Wechsel unverhältnismäßig wäre. Dann muss der Server so gestellt werden, dass er niemanden mitreißt: eigenes Netzsegment, kein Internetzugang, strenge Zugriffsregeln. Das ist eine Notlösung mit Verfallsdatum, keine Strategie.
Der Zeitplan, der realistisch ist
Rechnen Sie rückwärts vom 12. Januar 2027.
Jetzt: Bestandsaufnahme. Welcher Server, welche Version, welche Anwendungen laufen darauf, wer hängt dran. In den meisten Betrieben ist das eine Liste, die niemand hat.
Drei bis sechs Monate vorher: Herstellerfreigaben klären. Das ist der Schritt, der am längsten dauert und den niemand beschleunigen kann. Manche Branchensoftware ist erst ab einer bestimmten Version für Windows Server 2022 freigegeben — und dieses Update kann selbst ein Projekt sein.
Zwei Monate vorher: Umstellung testen. Am besten in einer virtuellen Maschine, in der die Anwendung einmal komplett durchläuft.
Ein Monat vorher: Umstellen. Und zwar mit einer geprüften Sicherung im Rücken, aus der man auch wirklich zurückkann.
Was wir dabei am häufigsten finden
Niemand weiß genau, was auf dem Server läuft. Es hat sich über Jahre etwas angesammelt: ein Dienst hier, eine geplante Aufgabe dort, ein Skript, das jemand vor sechs Jahren geschrieben hat. Diese Inventur ist die eigentliche Arbeit.
Die Sicherung wurde nie zurückgespielt. Vor einer Serverumstellung ist der schlechteste Zeitpunkt, das herauszufinden.
Lizenzen fehlen. Windows Server wird nach Kernen lizenziert, dazu kommen Zugriffslizenzen je Benutzer oder Gerät. Das ist unübersichtlich und wird gern erst beim Angebot zum Thema.
Häufige Rückfragen.
Woher die Zahlen stammen.
Zuletzt geprüft am 28.08.2026. Bei Themen mit Fristen prüfen wir die Angaben regelmäßig nach — ein veralteter Ratgeber ist schlimmer als keiner.
Wir sehen es uns an.
Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.