Die kurze Fassung: Windows 10 läuft weiter. Es startet, es öffnet Ihre Dateien, der Drucker geht. Was fehlt, sind die Sicherheitsupdates — und die sind der Grund, warum das Datum überhaupt eine Rolle spielt.
Was genau am 14. Oktober 2025 passiert ist
Microsoft hat den regulären Support beendet. Keine Funktionsverbesserungen mehr, keine Fehlerkorrekturen, kein technischer Support. Vor allem: keine Sicherheitsupdates mehr aus dem normalen Kanal.
Das heißt nicht, dass Ihr Rechner am nächsten Morgen angreifbar war. Es heißt, dass jede Lücke, die ab diesem Tag gefunden wird, offen bleibt. Und Lücken werden gefunden — der Abstand zwischen „bekannt geworden“ und „wird ausgenutzt“ liegt bei ernsten Fällen inzwischen bei Tagen.
ESU: die Verlängerung bis Oktober 2027
Microsoft bietet mit den Extended Security Updates ein Nachspiel an. Es läuft seit dem 15. Oktober 2025 und endet am 12. Oktober 2027. Anmelden kann man sich bis zuletzt, auch nachträglich.
Für Privatgeräte ist das kostenlos, wenn Sie mit einem Microsoft-Konto angemeldet sind und angemeldet bleiben. Wer ein lokales Konto behalten will, zahlt einmalig rund 30 US-Dollar zuzüglich Steuern.
Wichtig ist, was ESU nicht ist: Es liefert ausschließlich Sicherheitsupdates, die Microsoft als kritisch oder wichtig einstuft. Keine Fehlerkorrekturen, keine neuen Funktionen, keinen Support. Wenn nach einem Update etwas nicht mehr geht, sind Sie damit allein.
Für Firmengeräte im Volumenlizenzvertrag gelten eigene Konditionen und Preise. Was das für Ihre Lizenzen konkret bedeutet, hängt vom Vertrag ab — das lässt sich nicht pauschal beantworten und sollte vor Oktober 2027 geklärt sein, nicht danach.
Der Denkfehler, dem wir am häufigsten begegnen
„Wir haben eine Firewall, uns kann nichts passieren.“ Die Firewall schützt den Übergang ins Internet. Sie schützt nicht davor, dass jemand im Betrieb einen Anhang öffnet, und sie schützt schon gar nicht davor, dass sich Schadsoftware anschließend im internen Netz von Rechner zu Rechner weiterbewegt.
Genau dafür sind ungepatchte Systeme gemacht. Ein einzelner alter Rechner in einem flachen Netz ist die Tür, durch die der Rest folgt. Wer Windows 10 behält, sollte deshalb nicht nur an ESU denken, sondern auch daran, wie das Netz aufgeteilt ist.
Was wir Betrieben raten
Erst zählen, dann entscheiden. In den meisten Betrieben weiß niemand genau, wie viele Rechner mit welchem Windows laufen. Ohne diese Liste ist jede Planung geraten.
Geräte trennen nach Aufgabe. Ein Rechner, der nur eine Maschine steuert und kein Internet sieht, ist ein anderer Fall als der Arbeitsplatz im Büro, an dem Mails geöffnet werden. Der erste kann warten, der zweite nicht.
Alte Software vorher prüfen. Der häufigste Grund, warum Betriebe auf Windows 10 bleiben, ist ein Programm, das unter Windows 11 nicht mehr läuft. Das klärt man vor dem Umstieg — nicht am Umstellungstag.
ESU ist eine Brücke, kein Ziel. Zwei Jahre klingen lang. In einem Betrieb mit fünfzehn Arbeitsplätzen, einem Warenwirtschaftssystem und drei Spezialprogrammen sind sie es nicht.
Und wenn die Hardware für Windows 11 nicht reicht?
Das ist der Fall, der wirklich weh tut, und er ist häufiger als gedacht — Windows 11 verlangt bestimmte Prozessorgenerationen und ein TPM-Modul. Viele Geräte, die tadellos laufen, fallen daran durch.
Dann gibt es drei Wege: Gerät ersetzen, die Aufgabe auf einen Server verlagern und den Arbeitsplatz zum schlanken Zugang machen, oder — bei Rechnern ohne Netzzugang — bewusst dabei bleiben und das Netz so bauen, dass der Rechner niemanden mitreißen kann.
Welcher Weg der günstigere ist, entscheidet sich pro Gerät, nicht pauschal.
Häufige Rückfragen.
Woher die Zahlen stammen.
Zuletzt geprüft am 27.08.2026. Bei Themen mit Fristen prüfen wir die Angaben regelmäßig nach — ein veralteter Ratgeber ist schlimmer als keiner.
Wir sehen es uns an.
Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.