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Zuletzt geprüft am 27.08.2026

Eine virtuelle Maschine einrichten.

Eine virtuelle Maschine ist ein vollständiger Rechner in einem Fenster. Praktisch, wenn ein altes Programm nur unter Windows 7 läuft, wenn Sie etwas ausprobieren wollen, ohne Ihr System zu gefährden, oder wenn Sie Linux brauchen, ohne den Rechner umzubauen.

Zwei Wege führen zum Ziel, und die Wahl hängt zuerst von Ihrer Windows-Ausgabe ab — nicht vom Geschmack.

Hyper-V oder VirtualBox?

Hyper-V steckt in Windows bereits drin, aber nur in Pro, Enterprise und Education. Windows Home hat es nicht. Es ist schneller, weil es tiefer im System sitzt, und es ist die richtige Wahl, wenn ohnehin ein Windows Server im Haus steht — dieselbe Technik, dieselben Handgriffe.

VirtualBox von Oracle ist kostenlos, läuft auf jeder Windows-Ausgabe und ist einsteigerfreundlicher. Es bringt Werkzeuge mit, die Hyper-V fehlen: gemeinsame Ordner mit dem Wirtssystem, Kopieren und Einfügen zwischen den Systemen, Momentaufnahmen mit einem Klick.

Wenn Sie nur Linux brauchen und nichts weiter: Sehen Sie sich vorher das Windows-Subsystem für Linux an. Es ist schlanker als jede virtuelle Maschine, startet in Sekunden und reicht für die meisten Fälle, in denen Leute eine Linux-VM aufsetzen.

Der Weg über Hyper-V

1. Einschalten. Windows-Taste, „Windows-Features“ eingeben, „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ öffnen, den Haken bei Hyper-V setzen. Danach ist ein Neustart fällig.

2. Netzwerk vorbereiten. Im Hyper-V-Manager rechts auf „Manager für virtuelle Switches“. Ein externer Switch verbindet die VM mit Ihrem echten Netz — sie bekommt eine eigene Adresse vom Router. Ein interner Switch lässt sie nur mit dem Wirt reden. Für Testsysteme, die niemanden gefährden sollen, ist intern die richtige Wahl.

3. Anlegen. Neu → Virtueller Computer. Generation 2 für alles ab Windows 8 und aktuelle Linux-Systeme, Generation 1 nur für ältere Gäste. Beim Arbeitsspeicher die dynamische Zuweisung aktiviert lassen: Die VM nimmt sich dann, was sie braucht, und gibt zurück, was sie nicht braucht.

4. Starten. Die Installationsdatei als DVD-Laufwerk einbinden, verbinden, starten. Bei Linux-Gästen unter Generation 2 muss der sichere Start entweder abgeschaltet oder auf die Microsoft-UEFI-Vorlage umgestellt werden — sonst bleibt der Bildschirm schwarz. Das ist die Falle, an der die meisten hängen bleiben.

Der Weg über VirtualBox

Herunterladen, installieren, Neu, Namen vergeben. VirtualBox erkennt am Namen oft schon, welches System Sie meinen, und stellt passend vor.

Zwei Handgriffe, die man leicht übersieht und danach vermisst: Nach der Installation des Gastsystems im Menü „Geräte“ die Gasterweiterungen einlegen und installieren — erst danach passt sich die Bildschirmgröße an und die Maus verhält sich normal. Und unter „Gemeinsame Ordner“ einen Ordner des Wirts freigeben, sonst tauschen Sie Dateien über Umwege.

Wie viel Arbeitsspeicher und Platz?

Die Faustregel: Geben Sie der VM höchstens die Hälfte Ihres Arbeitsspeichers. Ein Rechner mit 16 GB verträgt eine VM mit 8 GB, aber nicht zwei davon. Wenn der Wirt ins Schwitzen kommt, wird alles langsam — auch das, woran Sie eigentlich arbeiten.

Bei der Festplatte legen Sie die Maximalgröße großzügig fest, aber wählen „dynamisch wachsend“. Die Datei belegt dann nur, was tatsächlich benutzt wird. 60 GB Maximum bei 12 GB Belegung kosten Sie 12 GB.

Und: Eine VM auf einer SSD ist ein anderes Erlebnis als eine auf einer Festplatte. Wenn Sie die Wahl haben, nehmen Sie die SSD.

Momentaufnahmen — die eigentliche Stärke

Beide Programme können den Zustand einer VM einfrieren. Vor jedem Eingriff, der schiefgehen kann, eine Momentaufnahme anlegen; geht etwas schief, sind Sie in dreißig Sekunden wieder am Ausgangspunkt.

Genau dafür lohnt sich eine VM im Betrieb: Ein Update testen, bevor es auf die echten Rechner geht. Eine Software ausprobieren, die man vielleicht nicht behalten will. Ein altes Programm weiterlaufen lassen, dessen System keine Sicherheitsupdates mehr bekommt — abgeschottet vom restlichen Netz.

Eine Warnung dazu: Momentaufnahmen sind kein Ersatz für eine Sicherung. Sie liegen auf derselben Platte wie die VM. Geht die kaputt, ist beides weg.

Wenn die VM nicht startet

„Die Virtualisierung ist deaktiviert“ — im BIOS oder UEFI einschalten. Bei Intel heißt die Einstellung VT-x, bei AMD SVM oder AMD-V.

VirtualBox meldet Fehler, seit Hyper-V an ist — die beiden haben sich lange gegenseitig blockiert. Aktuelle Fassungen vertragen sich meist, aber wenn es hakt, ist das der Grund. Dann entweder Hyper-V abschalten oder ganz auf Hyper-V wechseln.

Schwarzer Bildschirm bei Linux unter Hyper-V Generation 2 — der sichere Start. Siehe oben.

Kurz beantwortet

Häufige Rückfragen.

Für Hyper-V ja — es steckt nur in Pro, Enterprise und Education. VirtualBox läuft dagegen auch auf Windows Home und ist kostenlos.
Höchstens die Hälfte dessen, was der Rechner insgesamt hat. Bei 16 GB also bis zu 8 GB für eine VM. Unter Hyper-V lässt man die dynamische Zuweisung aktiviert, dann nimmt sich die VM nur, was sie gerade braucht.
Nein. Eine virtuelle Maschine ist lizenzrechtlich ein eigener Rechner und braucht eine eigene Windows-Lizenz. Bei Linux stellt sich die Frage nicht.
Nein. Momentaufnahmen liegen auf derselben Platte wie die virtuelle Maschine. Fällt die Platte aus, sind Momentaufnahme und VM gleichzeitig weg.
Ja, mit dem Windows-Subsystem für Linux. Es startet in Sekunden, braucht deutlich weniger Ressourcen und reicht für die meisten Fälle, in denen sonst eine Linux-VM aufgesetzt wird.
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