Zahlen, die man auch benutzt.
Die meisten Betriebe messen zu viel und sehen zu selten hin. Dabei reichen fünf Zahlen — und für die braucht es oft kein Trackingwerkzeug.
Google Analytics ist auf vielen Seiten eingebaut, weil es dort schon immer eingebaut war. Angesehen wird es selten, verstanden noch seltener, und datenschutzrechtlich ist es der aufwendigste Weg: Es braucht eine Einwilligung, es braucht einen Abschnitt in der Datenschutzerklärung, und ohne Zustimmung des Besuchers misst es nichts.
Die Frage ist deshalb nicht „welches Werkzeug", sondern: Welche Zahl verändert eine Entscheidung?
Die fünf Zahlen, die reichen
- Anfragen pro Monat — Formular, Telefon, Mail. Die einzige Zahl, die wirklich zählt.
- Woher kommen sie — Suche, Empfehlung, Karteneintrag, Anzeige?
- Welche Seiten werden gelesen — und welche nie
- Welche Suchanfragen bringen Sie in die Ergebnisse
- Was geht kaputt — Fehlerseiten, abgebrochene Formulare, lahme Seiten
Besucherzahlen und Verweildauer stehen bewusst nicht in der Liste. Sie fühlen sich wichtig an und ändern praktisch nie eine Entscheidung.
Die Search Console kann mehr, als viele denken
Die Google Search Console ist kostenlos, braucht keine Einwilligung — sie misst auf Googles Seite, nicht bei Ihren Besuchern — und beantwortet die Punkte zwei und vier aus der Liste oben vollständig.
Dort sehen Sie, mit welchen Suchanfragen Sie erscheinen, auf welcher Position, wie oft geklickt wird und welche Seiten das betrifft. Für die allermeisten Unternehmensseiten ist das der nützlichste Bericht überhaupt.
Dazu kommt: Indexierungsprobleme, Fehlerseiten und die Core Web Vitals aus echten Besuchsdaten stehen ebenfalls dort.
Serverprotokolle — die vergessene Quelle
Jeder Webserver protokolliert Zugriffe ohnehin. Eine Auswertung daraus kommt ohne Cookies und ohne Skript im Browser aus, läuft also unabhängig von jeder Einwilligung — und sieht auch die Besucher, die Werbeblocker benutzen.
Die Grenzen muss man kennen: Sie unterscheidet Mensch und Maschine nur ungefähr, und sie zählt eher Abrufe als Personen. Für die Frage „welche Seiten werden überhaupt gelesen" ist sie trotzdem brauchbar.
Ein Hinweis zum Datenschutz: IP-Adressen in Protokollen sind personenbezogene Daten. Sie gehören gekürzt oder nach kurzer Frist gelöscht — das ist eine Einstellung, keine Projektarbeit.
Die Alternativen zu Google Analytics
Es gibt eine Reihe schlanker Statistikwerkzeuge, die bewusst wenig erheben und teils in Europa betrieben werden. Manche kommen ohne Cookies aus und werben damit, einwilligungsfrei einsetzbar zu sein.
Vorsicht bei diesem Versprechen. Ob ein Werkzeug ohne Einwilligung betrieben werden darf, hängt an § 25 TDDDG und daran, ob tatsächlich nichts auf dem Gerät gespeichert oder von dort ausgelesen wird. Das ist eine Frage des Einzelfalls — lassen Sie sich das vom Anbieter schriftlich geben und prüfen Sie es im Zweifel rechtlich.
Was für solche Werkzeuge spricht, unabhängig vom Datenschutz: Sie zeigen eine Seite mit fünf Zahlen statt dreißig Berichte. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass jemand hineinsieht, erheblich.
Was wir empfehlen
Für den normalen Betrieb: Search Console einrichten, Anfragen von Hand zählen (eine Strichliste reicht), und bei jeder Anfrage fragen „Wie sind Sie auf uns gekommen?". Diese Antwort ist mehr wert als jede Auswertung.
Für Shops: Dort lohnt sich Messung wirklich — Warenkorb, Bestellvorgang, Abbrüche. Welche Werkzeuge Sie dafür einsetzen, ist dann eine bewusste Entscheidung mit Einwilligung, nicht ein Standardskript.
In jedem Fall: Was Sie nicht anschauen, können Sie abschalten. Jedes Skript weniger macht die Seite schneller und das Einwilligungsfenster kürzer.
Häufige Rückfragen.
Wir sehen es uns an.
Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.