Was ein Onlineshop wirklich kostet.
„Was kostet ein Onlineshop?“ ist wie „was kostet ein Auto?“ — die Antwort hängt davon ab, was hinten rauskommen soll. Statt einer Zahl finden Sie hier die Posten, aus denen sich die Zahl zusammensetzt.
Wir nennen hier bewusst keine Pauschale. Wer Ihnen ohne Gespräch einen Shop-Preis nennt, hat entweder eine Vorlage im Kopf oder rechnet damit, später nachzufassen.
Posten 1: Der Aufbau
Der einmalige Teil, und der mit der größten Spanne. Was ihn treibt:
Die Anzahl der Artikel — genauer: wie unterschiedlich sie sind. Dreihundert gleichartige Artikel sind weniger Arbeit als dreißig, die alle Varianten, Staffelpreise und eigene Versandregeln haben.
Woher die Artikeldaten kommen. Sauber in einer Warenwirtschaft — überschaubar. Verteilt auf Excel-Listen, Ordner und den Kopf des Chefs — das wird der größte Posten im Projekt, und er hat mit Technik nichts zu tun.
Bilder. Vorhandene, brauchbare Produktfotos: kein Thema. Keine Fotos: ein eigenes Vorhaben mit eigenem Budget.
Anbindungen. Warenwirtschaft, Buchhaltung, DATEV, Versanddienstleister. Jede Schnittstelle ist ein eigenes kleines Projekt — und der Posten, der Angebote am stärksten auseinandertreibt.
Gestaltung. Ein angepasstes Standardtheme ist ein Bruchteil einer eigenen Gestaltung. Bei den meisten Betrieben ist das angepasste Standardtheme die richtige Antwort.
Posten 2: Der laufende Betrieb
Der Teil, der in Angeboten gern kleingehalten wird und den Shop trotzdem jeden Monat kostet.
Hosting. Ein Shop braucht mehr als eine Website — mehr Arbeitsspeicher, eine Datenbank, die etwas aushält, und Sicherungen, die man auch zurückspielen kann. Unsere Preise dafür stehen auf der Leistungsseite.
Wartung. Shopsysteme bekommen regelmäßig Sicherheitsupdates. Ein Shop nimmt Adressen und Zahlungsdaten entgegen — hier Updates auszulassen ist keine Sparmaßnahme, sondern ein offenes Risiko.
Erweiterungen. Viele kosten monatlich. Fünf kleine Erweiterungen summieren sich schnell auf einen Betrag, mit dem niemand gerechnet hat.
Posten 3: Die Zahlungsgebühren
Der Posten, der bei kleinen Warenkörben am meisten weh tut — und in Angeboten praktisch nie auftaucht, weil er nicht an den Dienstleister geht.
Zahlungsanbieter rechnen üblicherweise mit einem Prozentsatz vom Umsatz plus einem festen Betrag je Vorgang. Der feste Betrag ist der entscheidende: Bei einer Bestellung über 15 Euro fällt er deutlich stärker ins Gewicht als bei einer über 150.
Die genauen Sätze unterscheiden sich je nach Anbieter, Zahlungsart und Umsatz und ändern sich regelmäßig — deshalb nennen wir hier keine Zahlen, die morgen falsch sind. Rechnen Sie sie aber unbedingt in Ihre Marge ein, und zwar mit Ihrem durchschnittlichen Warenkorb, nicht mit einem gedachten.
Posten 4: Der, den fast alle unterschätzen
Ein Shop ist kein Möbelstück, das man aufstellt. Jemand muss Artikel einpflegen, Bestände führen, Bestellungen bearbeiten, Rückfragen beantworten, Retouren abwickeln, Texte aktuell halten.
Diese Stunden fallen an, ob sie im Angebot stehen oder nicht. Wenn niemand dafür eingeplant ist, macht es der Chef abends — und nach drei Monaten macht es niemand mehr. Wir haben mehr Shops sterben sehen, weil das unterschätzt wurde, als aus technischen Gründen.
Die ehrlichste Frage vor jedem Shop-Projekt ist deshalb nicht „was kostet das?“, sondern: Wer im Betrieb pflegt das, und wann? Wenn es darauf keine Antwort gibt, ist der Shop noch nicht dran.
Womit Sie rechnen sollten
Ein Onlineshop rechnet sich nicht ab dem ersten Monat. Realistisch ist ein Anlauf über mehrere Monate, in denen der Shop Geld kostet und wenig einbringt. Wer das einplant, hält durch. Wer mit Umsatz ab Woche zwei kalkuliert, schaltet ihn im Herbst wieder ab.
Und ein Rat, der Ihnen Geld spart: Fangen Sie kleiner an, als Sie denken. Ein Shop mit dreißig gut gepflegten Artikeln, der läuft, ist mehr wert als einer mit dreihundert halbfertigen. Erweitern können Sie immer.
Häufige Rückfragen.
Wir sehen es uns an.
Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.