Reicht eine Seite?
Ein Onepager ist eine Website, die aus einer einzigen Seite besteht. Alles steht untereinander, die Navigation springt zu Abschnitten statt zu Unterseiten. Für manche Vorhaben ist das genau richtig. Für andere ist es eine Entscheidung, die man nach einem Jahr bereut.
Die ehrliche Version vorweg: Wir bauen Onepager gern, weil sie schnell fertig sind. Aber wir raten in etwa der Hälfte der Anfragen davon ab — und das hat einen technischen Grund, nicht einen kaufmännischen.
Wann ein Onepager richtig ist
Ein Angebot, eine Zielgruppe. Eine Physiotherapiepraxis mit einer Leistung, ein Fotograf, ein Handwerker mit klarem Gewerk. Wenn sich alles Wichtige auf einem Blatt sagen lässt, ist ein Blatt richtig.
Etwas Zeitlich Begrenztes. Eine Veranstaltung, eine Produkteinführung, eine Kampagne. Hier ist die kurze Bauzeit der eigentliche Vorteil.
Als erster Schritt. Wer gerade gründet und noch nicht weiß, wohin es geht, ist mit einem guten Onepager besser bedient als mit einer zehnseitigen Website, deren Hälfte leer bleibt. Wichtig ist nur, dass er technisch so gebaut wird, dass später Unterseiten dazukommen können.
Wenn der Weg zur Anfrage kurz sein soll. Ein Onepager mit einem einzigen klaren Ziel wandelt oft besser als eine verzweigte Website, in der Besucher sich verlaufen.
Wann er die falsche Wahl ist
Wenn Sie bei Google gefunden werden wollen — für mehr als eine Sache. Das ist der wichtigste Punkt, und er wird beim Verkaufen gern übergangen. Google bewertet Seiten, nicht Websites. Eine einzelne Seite kann nur für ein Themenfeld ganz vorn stehen. Wer Webdesign und Onlineshops und IT-Betreuung anbietet, braucht dafür drei Seiten — nicht drei Abschnitte auf einer.
Wenn mehrere Orte eine Rolle spielen. Dasselbe Problem in der Fläche. Ein Onepager kann nicht gleichzeitig für „Elektriker Nagold“ und „Elektriker Calw“ die passende Antwort sein.
Wenn Inhalte wachsen sollen. Referenzen, Ratgeber, Stellenangebote, Neuigkeiten. Alles, was mehr wird, sprengt einen Onepager. Die typische Folge sind Seiten mit sechs Metern Länge, auf denen niemand mehr etwas findet.
Bei erklärungsbedürftigen Leistungen. Wenn Kunden vor dem Kauf viel wissen müssen, brauchen Sie Platz für diese Antworten — und Adressen, die Sie einzeln verschicken können.
Der Punkt, der am meisten kostet
Ein Onepager hat genau eine Adresse. Das heißt auch: Sie können niemandem einen Link zu einer bestimmten Leistung schicken. Kein „schauen Sie mal hier“ in einer Mail, kein gezielter Link in einem Angebot, keine Anzeige, die auf genau das eine Thema führt.
Anker helfen ein Stück weit, aber sie sind kein Ersatz. Für Google ist und bleibt es eine Seite.
Der Mittelweg
In der Praxis endet es bei uns oft bei drei bis fünf Seiten: eine Startseite, die wie ein Onepager funktioniert und alles Wichtige zeigt, plus je eine eigene Seite für die zwei oder drei Leistungen, die wirklich gesucht werden. Dazu Kontakt, Impressum, Datenschutz.
Das ist kaum aufwendiger als ein Onepager, aber es lässt sich ausbauen — und jede dieser Seiten kann bei Google für ihr eigenes Thema antreten.
Wenn Sie sich unsicher sind, ist die brauchbarste Frage nicht „wie viele Seiten brauche ich?“, sondern: Nach wie vielen verschiedenen Dingen sollen Leute suchen und bei mir landen? Die Antwort auf diese Frage ist ungefähr die Anzahl der Seiten, die Sie brauchen.
Häufige Rückfragen.
Wir sehen es uns an.
Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.