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Zuletzt geprüft am 10.10.2026

Der Mailserver, der im November allein dasteht.

Wer noch Exchange 2016 oder 2019 im Haus hat, hat jetzt Wochen, keine Monate. Danach gibt es keine Sicherheitsupdates mehr — für nichts und niemanden.

Der reguläre Support für Exchange Server 2016 und 2019 endete am 14. Oktober 2025. Microsoft hat danach ein Programm für erweiterte Sicherheitsupdates nachgeschoben, in zwei Abschnitten von jeweils etwa einem halben Jahr: der erste bis April 2026, der zweite bis Ende Oktober 2026.

Eine dritte Verlängerung hat Microsoft ausgeschlossen. Für einen Mailserver, der aus dem Internet erreichbar sein muss, ist das keine akademische Frage: Exchange gehört zu den am häufigsten angegriffenen Serverdiensten überhaupt.

Warum das kein Thema zum Aussitzen ist

Ein Dateiserver ohne Updates steht im internen Netz. Ein Exchange-Server steht per Definition offen — sonst käme keine Mail an und kein Handy an das Postfach.

Lücken in Exchange werden regelmäßig binnen Tagen automatisiert ausgenutzt, oft bevor jemand den Patchtag überhaupt bemerkt. Ohne Updates gibt es keinen Patchtag mehr.

Dazu kommt der Nebeneffekt, den viele übersehen: Ein kompromittierter Mailserver verschickt Mails in Ihrem Namen. Danach ist Ihre Domain bei den großen Anbietern verbrannt, und das lässt sich nicht mit einem Neustart reparieren — siehe E-Mail-Zustellbarkeit.

Weg 1: Exchange Server Subscription Edition

Die lokale Nachfolgeversion. Funktional ist sie nah an Exchange 2019 mit dem letzten kumulativen Update, lizenziert wird sie als Abonnement statt als Kauf.

Passt, wenn die Postfächer aus guten Gründen im Haus bleiben sollen und Sie ohnehin Server betreiben.

Zu beachten: Ein Upgrade an Ort und Stelle geht nur von Exchange 2019 mit aktuellem Stand. Von Exchange 2016 führt der Weg über einen Zwischenschritt — das ist ein Projekt, kein Nachmittag.

Und: Aus dem Abo kommen Sie nicht mehr heraus. Wer lokal bleibt, zahlt künftig laufend, nur eben an anderer Stelle.

Weg 2: In die Cloud

Postfächer zu einem gehosteten Dienst, in der Regel Exchange Online als Teil von Microsoft 365.

Passt, wenn Sie keinen Serverbetrieb mehr wollen und Ihre Leute ohnehin mobil arbeiten.

Zu bedenken: laufende Kosten je Benutzer, ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung, die Frage des Speicherorts — und eine Abhängigkeit, die sich nicht in einem Wochenende umkehren lässt.

Der Umzug selbst ist gut beherrschbar; der Aufwand steckt in Altdaten, öffentlichen Ordnern und Geräten, die neu eingerichtet werden müssen.

Weg 3: Weg von Exchange

Der Weg, über den selten gesprochen wird: Ein Betrieb mit zwölf Postfächern, der weder Ressourcenkalender noch öffentliche Ordner nutzt, braucht keinen Exchange.

Ein ordentlicher IMAP-Dienst mit Kalender und Adressbuch über CalDAV und CardDAV kostet einen Bruchteil und läuft auf dem Hostingpaket mit, das Sie ohnehin haben.

Passt nicht, wenn Sie Verteilerlisten, Raumbuchungen, Archivierung nach Richtlinie oder eine Anbindung an Branchensoftware brauchen. Dann ist Exchange schwer zu ersetzen.

Was jetzt konkret zu tun ist

  • Bestand feststellen: Welche Version, welcher Patchstand, wie viele Postfächer, welche Zusatzfunktionen werden wirklich benutzt?
  • Entscheiden, welcher der drei Wege passt — die Frage ist weniger technisch als betriebswirtschaftlich.
  • Terminieren: Ein Postfachumzug braucht Vorlauf, besonders bei großen Postfächern. Rechnen Sie mit Wochen, nicht Tagen.
  • Bis dahin absichern: Verwaltungsoberfläche nicht offen aus dem Internet erreichbar, Zwei-Faktor-Anmeldung, aktuelle Sicherungen, und die Protokolle beobachten.

Wenn Sie nicht wissen, was bei Ihnen läuft: Das zu klären dauert eine Stunde. Fragen Sie uns, bevor der Oktober vorbei ist.

Kurz beantwortet

Häufige Rückfragen.

Der reguläre Support endete am 14. Oktober 2025. Das Programm für erweiterte Sicherheitsupdates läuft in zwei Abschnitten bis Ende Oktober 2026. Eine dritte Verlängerung hat Microsoft ausgeschlossen.
Der Server läuft weiter — er bekommt nur keine Sicherheitsupdates mehr. Das Problem ist nicht der Ausfall, sondern die offene Tür.
Nicht an Ort und Stelle. Von 2019 mit aktuellem kumulativem Update geht ein Upgrade direkt, von 2016 führt der Weg über einen Zwischenschritt.
Nein, nur die bequemere. Sie tauschen Serverbetrieb gegen laufende Kosten und eine Abhängigkeit. Für viele Betriebe ist das ein guter Tausch, für manche nicht.
Die Übertragung selbst läuft im Hintergrund, oft über Tage. Der Aufwand steckt in Vorbereitung, Geräten und Nacharbeit. Planen Sie mehrere Wochen vom Entschluss bis zum Abschalten.
Quellen

Woher die Angaben stammen.

Zuletzt geprüft am 10.10.2026. Bei Themen mit Fristen prüfen wir die Angaben regelmäßig nach — ein veralteter Ratgeber ist schlimmer als keiner.

Wenn Sie nicht weiterkommen

Wir sehen es uns an.

Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.

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