Die Antwort steht schon oben.
Wenn Google die Frage selbst beantwortet, bleibt für die Seite darunter weniger übrig. Das ist messbar — und es ändert, woran man arbeitet.
Über kaum etwas wird derzeit mehr spekuliert als über den Einfluss von KI-Antworten auf den Besucherstrom. Zahlen gibt es inzwischen: SISTRIX hat im Februar 2026 über 100 Millionen Keywords im deutschen Google-Index ausgewertet und die Klickwahrscheinlichkeit mit und ohne AI Overview verglichen.
Das Ergebnis ist deutlich, aber nicht das Ende der Suchmaschinenoptimierung — es verschiebt nur, was sich lohnt.
Was gemessen ist
Nach der Auswertung fällt die Klickrate auf Position 1 von rund 27 Prozent auf rund 11 Prozent, sobald über dem Ergebnis ein AI Overview steht. Rund 20 Prozent der untersuchten Suchanfragen zeigten ein generatives Element, im Long-Tail etwa 30 Prozent.
Zwei Einordnungen dazu, die in den Schlagzeilen gern fehlen: Es trifft nicht alle Anfragen gleich. Informationsfragen („wie funktioniert…", „was kostet…") bekommen am häufigsten eine KI-Antwort. Anfragen mit klarer Absicht — ein Ortsname, ein Produktname, ein Firmenname — deutlich seltener.
Und: Weniger Klicks heißt nicht weniger Aufträge. Wer wegklickt, weil die KI die Frage beantwortet hat, hätte auf Ihrer Seite oft auch nichts bestellt.
Was daraus praktisch folgt
Reine Erklärseiten verlieren. „Was ist eine Wärmepumpe" wird künftig von Google beantwortet. Diese Art Inhalt zu produzieren, lohnt sich für einen Betrieb immer weniger.
Seiten mit konkreter Absicht gewinnen relativ. „Heizungsbauer Altensteig", „Angebot Wärmepumpe Nagold", „Werkstatt Reifenwechsel Termin" — dort steht die KI-Antwort entweder nicht oder sie hilft wenig, weil der Suchende jemanden braucht, keine Erklärung.
Die Marke wird wichtiger. Wer nach Ihrem Namen sucht, bekommt Sie. Alles, was dazu führt, dass man Ihren Namen kennt — Empfehlungen, örtliche Präsenz, echte Projekte mit Namen — zahlt doppelt ein.
Der lokale Eintrag wird wichtiger. Das Google-Unternehmensprofil steht über fast allem anderen und wird von KI-Antworten nicht verdrängt.
Wie man in KI-Antworten überhaupt vorkommt
KI-Antworten werden aus Inhalten gebaut, die Google ohnehin kennt. Es gibt also keine eigene Optimierung dafür — es gibt dieselbe Arbeit, mit anderer Gewichtung:
- Die Frage beantworten, bevor man ausholt. Antwortsätze, die für sich stehen, werden eher zitiert als Absätze, die drei Sätze Anlauf nehmen.
- Klare Struktur. Überschriften, die Fragen sind. Kurze Absätze. Aufzählungen, wo es Aufzählungen sind.
- Eigene Zahlen, Fristen und Beispiele. Allgemeinplätze stehen überall; was nur bei Ihnen steht, ist der Grund, Sie zu zitieren.
- Strukturierte Daten für Artikel, Produkte, häufige Fragen und das Unternehmen selbst.
- Aktualität sichtbar machen — ein Datum, das stimmt, und Angaben, die gepflegt werden.
Das ist, mit anderen Worten, genau das, was seit Jahren gute Inhalte ausmacht. Die KI hat die Schwelle nur nach oben verschoben.
Was wir für Unsinn halten
Dienste, die „Platzierung in ChatGPT" verkaufen. Es gibt keinen Schalter, keine Anmeldung und keine Platzierungsgarantie. Wer das verkauft, verkauft Hoffnung.
Panik vor dem Ende der Suche. Die Suche verlagert sich, sie verschwindet nicht. Wer örtlich arbeitet und einen Namen hat, ist weniger betroffen als jedes Vergleichsportal.
Texte für Maschinen statt für Menschen. Der Versuch, Inhalte so zu schreiben, dass eine KI sie gern zitiert, produziert austauschbare Seiten — und genau die werden ersetzt.
Was wir empfehlen
Sehen Sie in der Search Console nach, bei welchen Suchanfragen Sie Klicks verlieren, obwohl die Position gleich bleibt. Das ist der Fingerabdruck einer KI-Antwort über Ihrem Ergebnis.
Und dann die unbequeme Frage: Welche Ihrer Seiten beantworten eine allgemeine Frage, die Google inzwischen selbst beantwortet? Die lohnen keine weitere Arbeit. Die Arbeit gehört in Seiten, die zeigen, was Sie tun — Projekte, Leistungen, Orte, Preise, Ansprechpartner.
Wenn Sie wissen wollen, wie Ihre Seite dasteht: Wir sehen uns das im Erstgespräch gemeinsam an.
Häufige Rückfragen.
Woher die Angaben stammen.
Zuletzt geprüft am 10.10.2026. Bei Themen mit Fristen prüfen wir die Angaben regelmäßig nach — ein veralteter Ratgeber ist schlimmer als keiner.
Wir sehen es uns an.
Kurze Frage oder ganzes Vorhaben — das Erstgespräch kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.